Dorf Tirol

Schlossidyll im Meraner Land

Die Ortschaft Dorf Tirol, die über knapp 2.500 Einwohner hat, liegt in Südtirol oberhalb der Kurstadt Meran. Das Gemeindegebiet, das 25,6 Quadratkilometer aufweist, erstreckt sich zwischen 323 und fast 3.000 Metern über dem Meeresspiegel, während sich das Ortszentrum auf 594 Höhenmetern befindet. Dorf Tirol ist ein beliebter Urlaubsort im Meraner Land, das in seinen Frühstückspensionen, Ferienwohnungen, hochklassigen Hotels und seinem Thermenhotel jährlich mehr als 700.000 Übernachtungen zählt.

Die Geschichte von Dorf Tirol wird von Schloss Tirol geprägt, das bis zum Jahr 1420 die Residenz der Tiroler Grafen war, als die Grafen ihren Sitz von Meran nach Innsbruck verlegten. Das Schloss wechselte mit der Annexion Tirols zunächst in den Besitz Bayerns, bis es versteigert wurde und schließlich in das Eigentum der Stadt Meran gelangte. Die Stadt wiederum verschenkte die Burg an Kaiser Franz II. (1768 – 1835), bevor sie nach dem Ersten Weltkrieg zunächst an den Staat Italien und dann an Südtirol fiel.
Das Schloss beherbergt heute das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte, das über die Alpenbesiedlung ab dem siebten vorchristlichen Jahrhundert informiert. Unmittelbar am Schlosshügel wurde ein Pflegezentrum für Vogelfauna eingerichtet, das zweimal täglich Flugvorführungen von Eulen, Bussarden, Geier, Falken und Adlern anbietet.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Dorf Tirol gehört die unterhalb des Schlosses liegende, um 1250 errichtete und 1900 in einer neuartigen Stilkomposition restaurierte Brunnenburg.

Auf dem Gemeindegebiet von Dorf Tirol liegt auch die Zenoburg am Eingang zum Passaiertal, die erstmals im Jahr 1237 erwähnt und Ende des 13. Jahrhunderts zu einer Festungsanlage erweitert wurde.

Zur sehenswerten Innenausstattung der zunächst in romanischem Stil erbauten und später gotisch erweiterten Pfarrkirche von Dorf Tirol gehört die mit historischen Pfeifen aus Holz und Metall ausgestattete Kirchenorgel sowie der aus weißem Marmor gefertigte Altar.
Das nach seinem Begründer Johann Nepomuk von Tschiderer benannte, 1840 eingerichtete und bis zum Jahr 2001 bestehende bischöfliche Studentenkonvikt Johanneum diente der Ausbildung des deutschsprachigen Priesternachwuchses in der Diözese Trient.